Hemds Up | Einfach nähen oder echte Herausforderung

Behelfs-Mundschutz
- einfach nähen oder echte Herausforderung?

Am Anfang war die Spende

Wir nähen nun schon in der 5.Woche Mundbedeckungen. Angefangen hat alles durch den Aufruf einer ehemaligen Bekannten. Sie suchte nach fleißigen Helfern für ein Pflegeheim. Da halfen wir sofort und spendeten fast 40 Mundbedeckungen. Darauf hin unterstützen wir auch in der Umgebung verschiedene Organisationen zum Selbstkostenpreis. Durch den Pressebericht in der MAZ, die Facebook Beiträge und sonstigen Veröffentlichungen bekamen wir eine Anfrage und Bestellung nach der anderen.

Der Aufwand ist höher wie viele denken

Je länger wir uns damit beschäftigen, desto klarer wurde, dass wir jenseits des Selbstkostenpreis arbeiten. Denn der Aufwand ist höher als viele denken. Es sind bei dieser Art, wie wir produzieren doch so einige Handgriffe nötig. Dazu kommt dass unser eigenes Material schnell zur Neige ging und wir mit viel Zeit-, und Kostenaufwand Material besorgen mussten. Dabei wurden wir aber zum Glück tatkräftig unterstützt, mit Bettwäsche, Laken etc.. 

Draht vor dem Waschen bequem entnehmen

Um das ganze noch alltagstauglicher zu gestalten, haben wir uns zwischendurch überlegt wie wir sie noch besser produzieren können. Dafür nehmen wir einen extra Arbeitsschritt in Kauf. Wir fertigen die Behelfs-Mundschutze mit einem kleinen „Schlupfloch“. So kann der Draht,  der für den besseren Sitz im Nasenbereich integriert ist, ganz einfach und bequem vor dem waschen entfernt werden. Danach einfach wieder einschieben.

Schrägbänder - die heiße Ware (das Wort ist jetzt sogar Männern ein Begriff)

Alleine die Bindebänder für eine einzige Maske sind insgesamt 180 cm lang. Dass diese ihre Zeit zum Nähen brauchen wird unterschätzt. Teilweise fertigen wir sie sogar selbst an, da die Lieferanten für Schrägbänder inzwischen hohe Lieferzeiten und, oder Kosten haben. Vorausgesetzt sie können überhaupt liefern. Letzte Woche haben wir sehnlichst auf eine Bänder-Lieferung gewartet um viele vorbereitete Mundbedeckungen fertig zu stellen und endlich auszuliefern. Tja, und dann! Erst ein Juhu, Super, toll sie sind endlich da aber dann beim öffnen des Pakets der große Schreck – falsch produzierte Lieferung! Das ganze also nochmal von vorne. Jetzt müssen wir wieder geduldig warten bis die richtige Lieferung kommt. In der Zwischenzeit produzieren wir weiterhin mühsam die eigenen Bänder. Aus Bettwäsche zum Beispiel.

Das Team wurde dafür erweitert

Meine Schneiderin und ich arbeiteten bereits auf Hochtouren, auch am Wochenende und über Ostern. Doch all die Aufträge und offenen Anfragen zu stemmen war auf Dauer einfach zuviel. Doch uns war bewusst wie notwendig diese Arbeit ist. Deshalb haben wir kurzer Hand noch eine Minijob Stelle besetzt, um die Aufträge in hoher Qualität und schnellstmöglich auszuliefern. Eine nähbegabte Freundin hilft auch noch mit.

Geht es nicht einfacher und damit schneller und günstiger?

Wir werden oft gefragt warum wir denn die aufwendigen Mundbedeckungen mit Bindebändern produzieren. Warum nicht Gummi- Variante. Zum Einen sind auch Gummibänder inzwischen „heiße Ware“ zum Anderen sind die Anforderungen von vielen Institutionen klar formuliert. „Bitte nur mit Bindebänder aus Baumwolle“…“die sind hygienischer“. Stimmt, das sehen wir auch so und deshalb produzieren wir nur diese eine Variante. Die dafür in allen Farben.

Auch dieses Produkt fertigen wir sorgfältig und in liebevoller Handarbeit. „Made in Germany“

Nachhaltig sind sie außerdem – denn wir verwerten soviel Materialien wie nur möglich, die bereits vorhanden sind – außer – Sie ahnen es – Schrägbänder 🙂

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