Hemds Up | Interview mit Sabine Deschauer

Interview:

Vor kurzem habe ich Sabine Deschauer, Gründerin von „Beseelte Momente“ kennengelernt. Uns verbindet, dass wir Angehörigen die einen geliebten Menschen verloren haben, mit unseren Leistungen helfen und sie unterstützen. Sabine Deschauer durch die Gestaltung „beseelten Momenten“ und wir von Hemd´s Up durch unsere Anfertigung von „Erinnerungsstücken“.

Sie hat mich im Atelier besucht und ich habe die Gelegenheit genutzt und ihr ein paar Fragen zu ihrem Unternehmen gestellt.

Aus aktuellen Anlass haben wir Sie auch nachträglich gefragt: Was hat sich durch Corona für Sie geändert? Hier klicken und lesen

Sabine Deschauer, Gründerin "Beseelte Momente"​

Foto: Michael Spengler

Liebe Sabine Deschauer,

was dürfen wir uns unter „Beseelte Momente“ genau vorstellen?

Wenn ein Mensch, der uns etwas bedeutet, verstirbt, ist es uns ein Bedürfnis uns zu verabschieden. Wir wollen für den Abschied eine passende Form finden – eine Form, die stimmig ist für uns. Das kann man mit mir mit einem individuell gestalteten Ritual machen. Ich begleite die Menschen, die zu mir kommen, dabei, ihr Ritual zu gestalten und führe das Ritual dann bei der Trauerfeier durch. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung helfe ich ihnen den Abschied zu gestalten. Und durch das gemeinsame Tun entsteht dann Verbundenheit mit den anwesenden Gästen und die Beziehung zum Verstorbenen wird nochmal spürbar. Das ist für mich ein beseelter Moment. Ein Moment, indem wir von Herzen dabei sind.

„Durch die gemeinsame Auseinandersetzung helfe ich ihnen den Abschied zu gestalten.“

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Was war für Sie der Anstoß diese Leistung anzubieten?

Ich habe ursprünglich bei Hochzeiten bemerkt, dass mir etwas fehlt, wenn es kein Ritual gibt. Keine gemeinsame Tradition und kein gemeinsames Tun. Und später habe ich bemerkt, wie gut es tut, auch in der Trauer aktiv zu werden: eine Kerze der Dankbarkeit zu entzünden; einen Stein abzulegen, für das, was schwierig war in der Beziehung; Bänder zu zerschneiden und ein Ende mit nach Hause zu nehmen; eine Ahnenkerze für die Jahrestage des Verstorbenen zu etablieren, von ihm zu erzählen und ihn so nochmal in die Mitte zu nehmen; gemeinsam den Sarg zu bemalen oder die Urne zu gestalten. So können wir der Trauer den Platz geben, den sie gerade braucht. Das tut einfach gut.

„…ich habe bemerkt, wie gut es tut, auch in der Trauer aktiv zu werden: eine Kerze der Dankbarkeit zu entzünden; einen Stein abzulegen …“

Foto: Martin Deschauer

Was erwarten die Menschen, die zu Ihnen kommen und wie darf man sich diese Rituale vorstellen?

Die Menschen, die zu mir kommen, wünschen sich eine Feier, in der das Leben des Verstorbenen nochmal gewürdigt wird. Sie wünschen sich eine Feier in der sie auch ihre eigene Beziehung zur Verstorbenen zum Ausdruck bringen können. Mit Musik, mit eigenen Texten oder indem sie nach vorne zum Sarg gehen und ein stilles Gespräch mit der Verstorbenen führen. Indem sie nochmal verschiedene Erlebnisse mit dem Verstorbenen erinnern und spüren, wo Dankbarkeit und Erfüllung sind. Andererseits möchten sie vielleicht etwas beim Verstorbenen zurückzulassen, symbolisch zum Beispiel mit einem Stein, für das was nicht rund werden wollte. So können sie sich davon entlasten, das im eigenen Leben weiterzutragen.

„die Menschen wünschen sich eine Feier, …nochmal verschiedene Erlebnisse mit dem Verstorbenen erinnern und spüren…“

Foto: Pixabay.jpg

Mit welchen Themen kommen die Menschen noch auf Sie zu?

Menschen kommen auch zu mir, wenn sie heiraten möchten, eine Willkommensfeier machen möchten, nicht nur wenn sie ein Kind bekommen haben, sondern gerade auch wenn es adoptiert oder angenommen wurde. Auch Patchworkfamilien nutzen Rituale gerne, um ihre neue Gemeinschaft zu würdigen und zu feiern. Es hilft, jedem seinen Platz zu finden. Auf meiner Webseite finden sich noch mehr Anregungen für Rituale. Auch zu anderen Übergängen im Leben, wie in den Ruhestand gehen, den Job verlieren, sich trennen oder scheiden lassen.

„…wenn sie heiraten möchten… in den Ruhestand gehen, den Job verlieren, sich trennen oder scheiden lassen…“

Foto: privat

Ich bedanke mich ganz herzlich, liebe Sabine Deschauer, für das Interview und diesen kleinen Einblick in „Beseelte Momente“
Für alle die gerne mehr dazu wissen möchten hier die Kontaktdaten.

Sabine Deschauer
Ritualbegleiterin

EMail: willkommen(@)beseelte-momente.de

www.beseelte-momente.de
www.facebook.com/BeseelteMomente
www.instagram.com/sabinedeschauer/

Telefon +49 (30) 54835630
Mobil +49 (170) 3519386

Foto: Michael Spengler

Ergänzung in Corona Zeiten: Was hat sich durch Corona für Sie geändert?

Aufgrund der Regelungen des Berliner Senats gilt es, bei Bestattungen bestimmte Regeln einzuhalten. Das betrifft z.B. die Anzahl der Gäste, die zur Trauerfeier oder zur Hochzeit kommen dürfen. Aktuell sind es 20 Personen, die 1,5 Meter Mindestabstand halten müssen. Auch muss eine Anwesenheitsliste geführt werden. Da ich das Ritual zusammen mit Ihnen entwickle, können wir das berücksichtigen. Wir können dennoch eine intensive und einmalige Zeremonie gestalten, die Ihnen gut tut. Falls die Regeln wieder enger werden, empfehle ich Ihnen die beiden Videos der Sarggeschichten und von Memento Bestattungen. Sie enthalten Tipps, was Sie selbst tun können und wie Ihr Bestatter Sie unterstützen kann unter diesen für uns alle so außergewöhnlichen Umständen. 

Sie finden sie hier:

Im Nachwelt Netzwerk www.nachwelt.berlin finden Sie Bestatter*innen, Trauerbegleiter*innen und andere Gewerke, die Sie unterstützen können.  Und erlauben Sie mir noch den Hinweis: Ein Ritual können wir auch zu jedem späteren Zeitpunkt durchführen, auch nachdem z.B. die Urne oder der Sarg schon beigesetzt worden sind. Wenn Sie spüren, es ist noch etwas offen geblieben, es braucht noch etwas, um Ihrer Trauer Ausdruck zu geben, Ihren Verstorbenen zu würdigen. Rituale können nachnähren, was offen geblieben ist.  Ich berate Sie gerne. Sprechen Sie mich an. Hier finden Sie die Kontaktdaten.

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