Textilien einfach wegzuwerfen - der blanke Irrsinn!

Wie alles begann.

Mein Freund sortierte gerade seine hochwertigen Hemden aus. Sie waren durch die Bartstoppel nur am Kragen verschlissen. Der Rest war noch komplett in Ordnung. Also wohin damit? Ich wusste dass Kleiderkammern verschmutzte oder defekte Kleidungsstücke nicht verwerten können, bzw. die Textilien dann im Schredder landen. Viel zu schade, dachte ich.

Sandra Schimmele

Sandra Schimmele, Gründerin von Hemd´s Up
Die Bluse, entstanden aus den Herrenhemden von meinem Freund.

Also hatte ich die Idee, die Hemden auseinander zu schneiden und aus den „Stoffstücken“ etwas neues zu nähen. Angefangen hat es mit einem Kinderhemd. Aus weiteren Hemden versuchte ich dann Damenblusen daraus zu nähen. Wichtig ist mir dabei, dass man nicht sofort sieht dass es aus „alten“ Textilien entstanden ist.

Neuanfang für die gute Sache:

Ich finde es wirklich schlimm, dass Mode zur Wegwerfware geworden ist. Vor allem wenn man bedenkt wieviele Menschen für wenig Geld dafür arbeiten. Von der Qualität der Textilien ganz zu schweigen. Sogar beim Recycling taugt rund die Hälfte der Textilien nur noch für Putzlappen. Die Textilindustrie ist zu allem Übel auch noch einer der größten Umweltsünder dieser Zeit. 

Mit 45, nach vielen Jahren als Marketingleiterin, hat mich das bewogen, noch mal etwas komplett neues zu beginnen und mich für weniger Textilmüll einzusetzen. Mein Hobby, die Schneiderei, war von Vorteil, so konnte ich direkt mit den ersten Ideen loslegen.

Das waren die ersten Versuche.

So wird aus alter Kleidung ein neues Produkt!

Unsere Bezugsquellen der Kleidungsstücke und Textilien sind inzwischen sehr vielfältig. Anfangs waren es hauptsächlich Kleidungsstücke aus Privathaushalten. Heute unterstützen uns auch Partner aus Industrie und Handel. Wir erhalten neue, aber defekte, Kleidungsstücke. Ebenso beziehen wir hochwertige Stoffproben und Reststücke von Designern und Großhändlern. Wir achten bei der Auswahl natürlich sehr genau darauf dass es sich um hochwertige Materialien handelt. 

Neudeutsch nennt man diese Form der Verwertung UPCYCLING. Es ist eine andere Form des Recyclings. Für uns eine der schönsten Formen der Nachhaltigkeit. Ganz ohne Verzicht und Verbote. 

Der Name „Hemd´s Up“ entstand übrigens aus der Kombination Hemden – ist naheliegend und Up – für Upcycling.

Upcycling Prozess

Unsere Kollektion besteht inzwischen aus vielen Modellen die wir aus Hemden, Krawatten, Jeans, Anzügen und mehr fertigen. „Made in Germany“

Erinnerungsstücke aus Textil - eine Herzenssache!

Die Idee, dass jeder aus den eigenen aussortierten Hemden, eine Bluse oder ein Kindermodell bei uns in Auftrag geben kann, stand von Anfang an. Etuis aus Krawatten gehörten inzwischen auch zur Kollektion, als mich  eine Bekannte fragte „..kannst du mir die Stifterollen auch aus den Krawatten meines Vaters fertigen?…. Sie wollte die Etuis an Angehörige und Freunde verschenken. Als Erinnerung an Ihren verstorbenen Papa. Natürlich haben wir das sofort umgesetzt.

Aus den Krawatten vom verstorbenen Papa wurden Etuis für die Angehörigen.

So hat sich die Idee der Erinnerungstücke bestätigt und das führte zu weiteren Aufträgen. Mir gefiel der Gedanke sehr. Eine schöne Möglichkeit sich so an Menschen und Momente zur erinnern. Warum also nicht Erinnerungstücke aus Textilien aktiv anbieten? 

Es verbinden sich zwei Themen die mir wichtig sind. Menschen und Umwelt.

So wurden die Modelle für Erinnerungsstücke weiter ausgebaut und die Modellauswahl wächst stetig. Vom Etui bis zur Kissenhülle für jeden Geschmack etwas dabei. Alltagstauglich und stilvolle Produkte zu gestalten ist auch hier oberster Anspruch!

Das Team - Menschen mit Handikap sind ein wichtiger Teil

Seit 2018 unterstützt mich eine gelernte Schneiderin. Außerdem arbeiten wir vertrauensvoll mit der Kaspar-Hauser-Stiftung in Pankow und den Mosaik Werkstätte in Berlin Mitte. Beide Werkstätten beschäftigen Mitarbeiter mit Handikap. Wir fördern diese Mitarbeiten in Ihren Fähigkeiten. Neu Modelle werden gemeinsam besprochen und manchmal auch in der art und Weise angepasst damit wir die Mitarbeiter gut einbinden könne. Für ein neues Produkt kann die Vorbereitungszeit bis zum ersten verkaufsfertigen Modell auch mal einige Wochen dauern. Manchmal werden auch Teilproduktionen geliefert und wir vollenden das Produkt dann im Atelier.

„Ich finde es wichtig Menschen mit Beeinträchtigung sinnvoll zu beschäftigen. Sie zu fördern und vor allem, sie zu integrieren!“

Hier ein kleiner Einblick (aus 2018)

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